Jung und Alt beleben eine leerstehende Halle

Kleine und große Künstlerinnen und Künstler während der Eröffnung ...
... die auf großes Interesse stieß.

"WABLage": Kunst und Musik, die Ausstellung des St. Elisabeth-Vereins in Cölbe erlebten 450 Besucher
Cölbe. Am Ende der zwei Tage waren sich Kunstschaffende, Musiker und Besucher einig: Dieses erste Mal in den zuvor  10 Jahre leerstehenden Hallen in der Lahnstraße sollte nicht das letzte gewesen sein.
Zwei Tage, zwei Generationen von Künstlern und Musikern und jeweils ein eigenes Ambiente: So lässt sich die erste „WABLage“ zusammenfassen. Erlebten am Samstag von Organisator Ulrich Betz „vorsichtig geschätzt“ 250 Besucher das Zusammenspiel  von Literatur, Kunst und Musik, so flanierten am Sonntag 200 Kunstinteressierte  durch die vor kurzem noch leerstehenden Industriehallen.
Eine Balladen-Lesung mit Peter Ochs zum Auftakt, bis zur offiziellen Eröffnung die Nachwuchsmusiker Mattis Wirth und Robin Hörle mit klassischer Gitarrenmusik, die  musikalische Einstimmung mit "CHORios" aus Marbach, der Übergang dann mit Jan Hinrichs als Singer und Songwriter, der Beginn des Abends mit dem gestandenen Vokalensemble "Br8tett“ und zum Abschluss  die Marburger Band "Malcanto" mit ihren „Schangsongs de la Goss“:  Der erste Tag hatte es in Sachen Unterhaltung so richtig in sich.
Am zweiten Tag dann ein gediegeneres Ambiente, mit 50 Besuchern bei der Lesung von Daniel Grosse und dem Marbach-Krimi  „Plausch am Ententeig“, danach dann leise Hintergrundmusik zur von Frank Hinrichs arrangierten Ausstellung: Zehn etablierte Künstlerinnen und Künstler zeigten gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen des St. Elisabeth-Vereins aus den Bereichen Familienintegrativ, Tagesgruppen, Mädchen-Pferde-Schule, Wohngruppen und Familienhaus Alsfeld ihre Werke. „Alt und Jung, Groß und Klein eine Plattform zu bieten“, so erklärte Hinrichs die Intension der Ausstellung. Dabei seien vor allem die Kinder und Jugendlichen über sich hinaus gewachsen, zieht der pädagogische Mitarbeiter des St. Elisabeth-Vereins und Künstler sein Fazit. So wie auch die Helferinnen und Helfer dieser Veranstaltung - unter anderem die Kinder- und Jugendvertretung. Zwei Tagewaren sie schier unermüdlich in Sachen Bewirtung im Einsatz, unterstützt von „JEF“, dem jungen, gemeinnützige Cölber Verein, der als  “Junge Entwicklung Fördern” Träger der Kinder- und Jugendarbeit ist.
Ausgetsellt haben : Barbara Grosse (Acrylmalerei), Andrea Klaus (Collagen aus Naturmaterial), Sabine Betz (Styropor-Skulpturen und Acrylmalerei), Barbara de Gero (Mischtechnik), Younes Maroufi (Handy-Fotografien), Ingrid Motosso (Skulpturen aus Olivenwurzeln), Luisa Junk (Skulpturen aus Stein), Heidi Wollmer (Handkunst mit verschiedenen Materialien), Frank Hinrichs (Acrylmalerei auf Leinwand) und Anja Schüler (Figureninstallation und Malerei).
WABL – Wohnen, Arbeiten, Beschäftigen Leben, bis zum Umbau der Hallen im Zuge des Sozialprojektes des St. Elisabeth-Vereins wird den zuvor leerstehenden Gebäuden mit Flohmärkten, Projekten und Veranstaltungen weiter Leben eingehaucht.

Die Künstlerinnen und Künstler und ihre Werk

"Ziel der Kunst ist, einfach eine Stimmung zu erzeugen" (Oscar Wilde, 1854 - 1900): Im Vorfeld der "WABLage" wollen wir Sie nicht nur durch die Hallen führen, Ihnen ein wenig das näher bringen, was zum Ambiente der zwei besonderen Tage beiträgt, sondern auch Vorfreude darauf wecken, was Sie am 11. und 12. Februar entdecken können. Unter anderem mit Kurzporträts der Künstlerinnen und Künstler sowie Einblicke in ein in ihre Werke. Tag für Tag … und nun heißt es: Erleben Sie die "WABLage"!

Frank Hinrichs

Es gibt ja zwei Arten von Künstlern: Diejenigen, die wenig über ihre Arbeiten und ihr Schaffen sagen und diejenigen, die sich gerne und ausführlich äußern.
Frank Hinrichs gehört nicht zu letzteren, er lässt lieber seine Werke wirken. So wie bei der Ausstellung "…an  der  gleichen Stelle des Flusses…", als es im vergangenen Jahr eine Vielfalt an Exponaten, Techniken und Themen zu bestaunen gab. Oder während der Kunsttage des Landkreises Marburg-Biedenkopf im August, als Frank Hinrichs zu den 96 mitwirkenden Künstlerinnen und Künstler zählte, deren Werke bei der größten Kunstausstellung mit regionalen Kunstschaffenden eines Landkreises in Hessen zu sehen waren.
Gewirkt hat der Künstler und Mitarbeitende des St. Elisabeth-Vereins in den vergangenen Wochen - als Mitinitiator und künstlerischer Leiter der "WABLage".

Anja Schüler

Johann Heinrich Riemenschneider als Geist und Amtmann während der "WABLage" ...
... Johann Heinrich Riemenschneider als Geist und Amtmann während der "WABLage" ...
... oder seine Geschichte auf einem Plakat dargestellt.
"Schlangenfrau"

"Ein Ziel ist nicht immer zum Erreichen da, oft dient es nur zum richtigen Zielen": Treffender als mit dem Zitieren dieses chinesischen Sprichwortes kann die Künstlerin des Jahrgangs 1965 kaum beschreiben, dass sie nun Berufung und Beruf miteinander verbindet: mit Kunst zu kommunizieren. Und das nicht nur als ARTgestalterin bei ARTsektor, sondern auch als Mitarbeitende in der Öffentlichkeitsarbeit des St. Elisabeth-Vereins, einer sozialdiakonischen Unternehmensgruppe in Marburg.
Dabei entdeckte sie bereits mit 13 Jahren ihr Interesse für Formen und Farben, was über die Ausbildungs-Etappen Berufsfach- und Fachoberschule in Form der Fachbereiche Gestaltung, sowie der Lebensstation Berlin zum Faible wurde: „Von der Hochschule der freien Künste inspiriert, begann ich damit, aus verschiedensten Materialien Kunstobjekte zu erschaffen - vor allem Gipsbinden-Reliefs.“
Die Ausbildung zur Mediengestalterin sorgt Anfang der 2000er Jahre dafür, dass nun die Berufung über den Beruf ausgelebt werden kann und eröffnet der in ihre Geburtsstadt zurückgekehrten Marburgerin „neue Dimensionen“. Mit neuen Materialien beginnt sie damit, Gebrauchs-Kunst herzustellen: Plexiglas-Figuren, bei denen mit Licht entsprechende Effekte erzielt werden können, Kunst-Lampen, Wand-Deko und nach wie vor Gipsbinden-Reliefs sowie Bilder von außergewöhnlichen Konturen geprägt und mit besonderem Profil. Formvollendete Werke - geschaffen aus den unterschiedlichsten Materialien - mit Kurven, aber auch Kanten – ganz wie Lebensspuren, in lebensfrohen Farben ebenso, wie in schwarz-weiß.

Das Kulturprogramm - der Samstag

"WABLage" - ein Kulturprogramm:
10.30 Uhr Lesung mit Peter Ochs, 13.30 Uhr "Duo Extremo" (klassische Gitarrenmusik), 14.00 Uhr Offizielle Eröffnung, dabei (gegen 15 Uhr) "Chorios" Marbach
www.mgv-marbach.de/chorios/index.html
Spätachmittags Jan Hinrichs (Singer/Songwriter), 18.00 Uhr "Br8tett"
br8tett.de/index.php
20.00 Uhr "Malcanto"
http://www.malcanto.de/

 

 

"Verruchte Botschafter des abgefahrenen Humors": Das meint die Gießener Allgemeine.
Und hier (Presse)Stimmen zum Vokalensemble "Br8tett".

Luisa Junk

Geboren am 7. Mai 1990, Pädagogin und Bildhauerin. Aufgewachsen in Münchhausen, lebt aber in Dortmund.
"Schon immer haben mich Steine in ihrer Vielfalt und ihrer 'Lebendigkeit' fasziniert. Erste Berührungen mit Speckstein als Werkstoff hatte ich während meiner pädagogischen Ausbildung. Die Arbeit an meinem ersten eigenen Stein war für mich eine Offenbarung und die Faszination ließ mich nicht mehr los. Im Herbst 2011 bekam ich einen Stein geschenkt und habe mich auf ihn eingelassen. Dadurch entstand meine erste Skulptur. Die Anerkennung und der Zuspruch den ich erfuhr, bestärkten mich in dieser Richtung weiter zu arbeiten.
Mittlerweile ist die Bildhauerei aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken. In kurzer Zeit folgten viele weitere Skulpturen und der Wunsch meine Kenntnisse zu erweitern. Ein wichtiger Baustein in meiner künstlerischen Entwicklung war die mehrwöchige Begegnung mit dem Berliner Bildhauer Robert Schmidt-Matt während der Sommerakademie 2012 und 2014 in Marburg. Hier habe ich grundlegende Techniken der Bildhauerei bis zur körperlichen Erschöpfung erfahren und konnte realistisch und abstrakt mit verschiedenen Materialien arbeiten.
Nie entsteht eine Skulptur im Kopf - nie mit maschineller Hilfe. Der Dialog zwischen dem Stein und mir beginnt bei der Auswahl. Ausschlaggebend für mich ist das Empfinden bei der Berührung des Steins. Spricht er mich an, berührt er mich? Während meiner Arbeit mit dem Stein lasse ich mich von seiner Individualität leiten. Ich bin immer wieder erstaunt und fasziniert was in einem Stein verborgen ist. Schritt für Schritt nähere ich mich unter der Berücksichtigung der Beschaffenheit des Steins dem Moment an, dem er sich für mich stimmig anfühlt: seine endgültige Form- die Skulptur.
So entsteht Hand in Hand die spätere Skulptur."

Heidi Wollmer

Heidi Wollmer wurde 1959 in Frankenberg/Eder geboren. Die Künstlerin lebt seit 2008 mit ihrer Familie in Wetter (Hessen), wo auch der Großteil ihrer Werke entstehen.
Hauptberuflich ist sie im sozialen Bereich in einer Marburger Einrichtung tätig und engagiert sich als 2. Vorsitzende im Kunstverein "Kunstfreunde Wetter e.V.".
Heidi Wollmer stellt regelmäßig aus und war auch bei der "Nacht der Kunst" 2015 in Marburg vertreten.
Hier ihre Selbstdarstellung zu der Ausstellung "Erlaubte Berührung"- Phantasie im Einklang mit der Natur:
"Meine frühen Werke waren klein, zart und zerbrechlich. Ich wurde mutiger und es entstanden im Laufe der Jahrzehnte großformatige und kraftvolle Bilder.
Heute benötige ich keinen Pinsel mehr, ich schaffe meine Werke ausschließlich mit meinen Händen.
Das Experimentieren mit Farben und Naturmaterialien führt zu vielfältigen und überraschenden Ergebnissen.
Bewusst verzichte ich hierbei auf vorderseitige Signaturen und Titel, um meinen Werken und dem Betrachter jegliche Interpretationsfreiheit zu schenken – es gibt kein oben und unten, kein links und rechts."

Ingrid Motosso

"Skulptur 1"
"Skulptur 2"
"Skulptur 3"

Seit 2011 widme ich mich der Bearbeitung von Olivenwurzeln.
In Verbindung mit anderem Material, wie z.B. alten Weinstöcken, verschiedenen Steinen oder auch Gebrauchsgegenständen entstehen daraus Skulpturen. Aus großen Olivenwurzeln fertige ich Couchtische an.Inzwischen habe ich schon an verschiedenen Ausstellungen, wie z.B. der Artinea, den Marburger Kunsttagen, Gartenkunst Frauenart, Rauschenale etc. teilgenommen.

Younes Maroufi

"Es war ein schöner Tag"
"Zeit"
"Niemals aufgeben"
"Keine Sorgen"

Younes Maroufi ist 30 Jahre alt. Als vor zwei Jahren in seiner Heimat Algerien der psychische und soziale Druck auf ihn unerträglich wurde, musste er sein Land verlassen. Über mehrere Stationen gelangte er zunächst in die Erstaufnahmeeinrichtung nach Neustadt und dann nach Bürgeln. Seit er denken kann, drückt er sich künstlerisch und musikalisch aus. Hier im Marburger Umland hat er sein Medium entdeckt, die Fotografie.
Der algerische Flüchtling fotografiert mit seinem Handy gerne die mittelhessische Landschaft.
Vordergründig ist die Landschaft sein Thema Einheimische werden faszinierende Blicke auf Motive aus Neustadt, Marburg, Cölbe und Bürgeln werfen konnen und "Stimmungen" wieder erkennen. Da ist auf den Foto mit dem Titel "My September" der Herbst zu sehen. "In the Morning Light" (Im Licht des Morgens) beschwört den noch jungen Tag.
Aber die Landschaften spiegeln auf einer zweiten Ebene Stimmungen der Psyche, mit denen sich der junge Fotograf auseinandersetzen muss. Schmerzen und Abschiede werden verarbeitet. ebenso Glück und Hoffnung. "Ups and downs" (Auf und Ab) nennt er ein Bild. Und am Ende steht Erkenntnis über Möglichkeiten und Grenzen einer Flucht: "Travel never means escape" (Reisen bedeutet niemals Flucht).

Barbara de Gero

"2 Gesichter"
"Rosenfrau"
"Wirbel"
"3 Köpfe"

Ich wurde 1979 als Barbara Yvonne Fuchs in Marburg  geboren. Später wurde ich auf Sause umgetauft, bis ich im Jahr 2000 den Namen de Gero annahm. Daher sind einige meiner Bilder auch mit Sause oder Y. Fuchs unterzeichnet.
Hauptberuflich arbeite ich als Sozialpädagogin, darüber hinaus bin ich Heilpraktikerin für Psychotherapie und Hypnosetherapeutin.
Die Kunst begleitet mich seit meiner Kindheit. Ich liebe das Vielseitige, was sich auch immer wieder in meinen Werken spiegelt. Alles was sich kreativ verarbeiten lässt, wird früher oder später verarbeitet. Seien es alte Möbel - die umfunktioniert - oder Gegenstände - die zweckentfremdet - zu Kunstwerken gestaltet werden.
In dieser Ausstellung habe ich mich lediglich auf die Malerei  beschränkt.
Ich habe nie einen Zeichen-/Malkurs besucht. Dafür hatte ich eine talentierte Großmutter, die mich durch ihr kreatives Können und Wissen unterstützt und gefördert hat.
In den Anfängen malte ich viel mit Wasserfarben, später mit Kuli, Graphit und Acrylfarbe. Erst später entdeckte ich auch Ölfarbe und  Airbrush für mich.
Ich nutze aber auch viele andere Materialien um Kunst zu kreieren oder  mit anderen Menschen in künstlerische Prozesse zu gehen. Dabei liebe ich besonders das Arbeiten mit und in der Natur. Hierzu leite ich Gruppen an mit Naturmaterialien in kreative Prozesse zu gehen. Die Natur dient dabei als große Leinwand mit unendlichen Möglichkeiten der künstlerischen Entfaltung.
Kunst ist für mich ein wundervolles Medium für Kommunikation, Ausdruck, (Umwelt)Bildung, Konfliktlösung, Entspannung ...


Sabine Betz

"Funfaria"
"Funtasia"
"Kitti"
"Mazurka"
"Sound of Trumpet"

Ich bin eine freischaffende Künstlerin aus Marburg und beschäftige mich seit Mitte der 90er Jahre mit Acrylmalerei und dem Erschaffen von liebenswerten und ausgefallenen Styro-Figuren.
Leichte und dynamische Motive in kräftigen sonnigen Farben sind wohl meine Charakteristika. Dabei mische ich gern verspielte Figürlichkeiten mit abstrakten Farbschwüngen und liebe das Spiel mit Form und Farbe.

Andrea Klaus

Ich wurde am 8 Juni 1959 geboren. Erst vor circa Jahren kam ich zur Kunst.
Das Erstellen meiner "Bildwerke", das von der ersten Idee bis zur Vollendung oft Tage, wenn nicht gar Wochen in Anspruch nimmt, ist ein kreativer Ausgleich zu meinem Vollzeit-Bürojob.
In der Themenreihe "Bildstörungen" löse ich Reklamebilder des vorherigen Jahrhunderts aus ihrem zeitlichen und gesellschaftlichen Kontext. Der Blick auf die Konsumgüter von damals wird mit kleinen Veränderungen in die Gegenwart geholt. Nicht immer ist es eine "Bildstörung" die sofort ins Auge fällt. Es sind Einfügungen von Objekten, Figuren und Produkten, die nicht in die damalige Zeit oder den Zusammenhang passen, die aus anderen, auch aktuellen Reklamebildern stammen oder die vor neuer Kulisse in ein anderes Licht gesetzt werden.  
Unter dem Titel "Alte Meister neu verortet" biete ich Künstlern des Impressionismus und des Symbolismus, deren Bilder im 18.Jahrhundert die Kunstwelt eroberten, ein etwas anderes Forum. Herausgelöst aus den Gemälden, bekommen die Figuren von mir eine neue Heimat. Dies geschieht unter Verwendung von Naturmaterialien, mit veränderten Hintergründen und 3-D-Effekten.
Bei meinen Arbeiten verwende ich kein PhotoShop sondern nur eine Schere.
Es handelt sich um kleinformatige Bilder und Dioramen (max. 30x40cm).

Barbara Grosse

"Streifen"
"Kreis"
"Frau"

Barbara Grosse, Jahrgang 1971, ist Juristin, verheiratet und hat zwei Kinder.
Geboren in Oberhausen, lebte sie später in Waldeck-Frankenberg und seit den frühen 90er-Jahren lebt sie nun in Marburg. Vor fünf Jahren begann Barbara Grosse mit der Malerei, liebt Farben und das Abstrakte.

In den leerstehenden Hallen ordentlich Staub aufwirbeln

Es wird Staub aufgewirbelt in Cölbe: Aus Holzpaletten fertigen die Mitarbeitenden des St. Elisabeth-Vereins derzeit Sitzmöglichkeiten für die WABLage an. Foto: Rainer Waldinger

"WABLage": Am 11. und 12. Februar findet ein von Kunstschaffenden und vom St. Elisabeth-Verein betreuten Jugendlichen arrangiertes Event mit Musik und Lesungen statt
Von "Abfrage" bis zur fleischfressenden Pflanze „Zoophage“:  630 Wörter endeten bislang laut "www.wortmine.info" in der deutschen Sprache mit "…age". Und wenn die "WABLage" wie von den Organisatoren gewünscht, am Ende wie im französischen  "aasche" [Wabe´la:sche]ausgesprochen wird, dann hat auch die französische Sprache nunmehr ein Wort mehr mit dieser Endung - 2.411 insgesamt.
"WABLage", beim Finden eines Titels für das Arrangement aus Kunst, Musik und Lesungen am 11. und 12. Februar sind Uli Betz (Organisation) und Frank Hinrichs (künstlerische Leitung) ebenso von den seit nunmehr 10 Jahren leerstehenden Industriehallen in der Cölber Lahnstraße inspiriert worden wie die Künstlerinnen und Künstler, die in den vergangenen Tagen und Wochen eine außergewöhnliche Ausstellung geschaffen - "ordentlich Staub aufgewirbelt haben", wie Hinrichs sagt. Und dies soll nun auch die "WABLage" selbst.  Alt und Jung – dies sind 10 Künstlerinnen und Künstler sowie vom St. Elisabeth-Verein betreute Kinder und Jugendliche, Geflüchtete und Einheimische, Landkreis und Verein, Männer und Frauen würden mit ihren Kunstwerken ebenso ihre Geschichten erzählen wie gemeinsam -  und wie die Hallen selbst.
So werden die Kunstschaffenden in einem Raum Eye-Catcher präsentieren, wird im sogenannten "Blauen Raum" Musik eingespielt, um Besucherinnen und Besucher erleben zu lassen, wie Akustik die Wahrnehmung verändert, oder es wird eine Quietsche-Entchen-Installation zu sehen sein, wie Hinrichs berichtet. Der Künstler ist seit mehr als 25 Jahren Mitarbeitender des der die „WABLage“ arrangierenden St. Elisabeth-Vereins.
Akustik, Musik, Wahrnehmung, das  sind drei wesentliche Merkmale dieses besonderen Arrangements. So wird der pensionierte Deutschlehrer Peter Ochs mit einer Lesung am Samstag, 11. Februar,  ab 10 Uhr die beiden Tage einleiten. Das „Duo Extremo“ -  Mattis Wirth und Robin Hörle - mit klassischer Gitarrenmusik und "CHORios" aus Marbach mit Gesang umrahmen die feierliche Eröffnung um 14 Uhr. Das Vokalensemble "Br8tett" mit Gesang von Barock bis Pop und Jan Hinrichs mit Singer- und Songwritermusik leiten den Abend ein, an dem dann "Malcanto" unter anderem mit Garagenswing und Gassenhauern aufspielt.
Am Sonntag, 12. Februar, liest der Marburger Krimi-Autor Daniel Grosse ab 10.30 Uhr aus seinem Marbach-Krimi "Plausch am Ententeich", danach wird wieder bis 18 Uhr ein Arrangement aus Musik und Kunst geboten.
Doch die "WABLage" ist nicht die einzige Wortkomposition dieses Arragenments. Mit "XX(L) -  junge Künstlerinnen und Künstler der Vereins" wird eine noch unbestimmte Zahl von Kindern und Jugendlichen aus den Bereichen Familienintegrativ, Tagesgruppen, Mädchen-Pferde-Schule, WG Tanneck und Familienhaus Alsfeld  angekündigt, die in den vergangenen Wochen über sich hinaus gewachsen sind. Die sich am zweiten Februar-Wochenende trauen, sich und ihre Werke gemeinsam zu präsentieren.

Es stellen bei der "WABLage" aus:
Barbara Grosse (Acrylmalerei auf Leinwand und Papier),
Andrea Klaus (Collagen aus Naturmaterial),
Sabine Betz (Styroporskulpturen und Acrylmalerei),
Barbara de Gero (Mischtechnik auf Leinwand und Papier),
Younes Maroufi (Handy-Fotografien),
Ingrid Motosso (Skulpturen aus Olivenwurzeln),
Luisa Junk (Skulpturen aus Stein),
Heidi Wollmer (Handkunst mit Farbe und verschiedenen Materialien),
Frank Hinrichs (Acrylmalerei auf Leinwand),
Anja Schüler (Figureninstallation und Malerei)

Das Programm:
Samstag, 11. Februar:
10 Uhr Beginn
10.30 Uhr Peter Ochs liest aus ausgewählten Texten
13.30 Uhr "Duo Extremo"– Mattis Wirth und Robin Hörle - mit klassischer Gitarrenmusik
14 Uhr Eröffnung mit Vorstellung der Künstlerinnen und Künstler sowie Grußworten
15 Uhr Musikalische Einstimmung mit "CHORios" aus Marbach
18 Uhr Beginn des Abendprogrammes mit dem Vokalensemble "Br8tett", Jan Hinrichs (Singer und Songwriter)
20 Uhr "Malcanto" (Schangsongs de la Goss)
Sonntag, 12. Februar:
10 Uhr Beginn
10.30 Uhr Daniel Grosse liest aus seinem Marbach-Krimi „Plausch am Ententeich“
ab 12 Uhr Musik und Kunst

Die Geschichte der Halle:
Langsam  aber  sicher  kehrt  also immer  mehr  Leben auf dem zuvor mehr als zehn Jahre verwaisten Gelände ein, das seit März 2016 dem St. Elisabeth-Verein e.V. Marburg gehört und nun den Namen "WABL" trägt - ein Synonym für Wohnen, Arbeiten, Beschäftigen, Leben. Mitte  September  zogen  die  Garten-  und  Landschaftsbauer in die Hallen in Cölbe ein. Angestellt bei der St. Elisabeth  Dienstleistungen GmbH  kümmern sich die neuen Mitarbeitenden nicht nur um das Areal  in der Größe eines international zugelassenen Fußballfeldes, sondern auch um die Anlagen und Immobilien des Vereins.
Wenige Tage später fand in den Hallen eine Veranstaltung zum 4. Hessischen Tag der Nachhaltigkeit  statt,  wurde  dort Gebrauchtes  getauscht,  getrödelt oder  verschenkt. Auch wurden dort zwei Nachtflohmärkte veranstaltet, die großen Anklang fanden. Während dieser Veranstaltung entstand die Idee zur "WABLage".

Kunsthandwerk bei der "WABLage": noch Anmeldung möglich

Kunsthandwerk, die Kombination aus handwerklicher Tätigkeit und gestalterischen Fähigkeiten, gehört einfach dazu, wenn Literatur-Café, Kunst, Künstler, Kultur, Musik und Unterhaltung an den beiden Tagen jeweils ab 10 Uhr in den WABL-Hallen in Cölbe (Lahnstraße 8) geboten wird.

Kunsthandwerkerinnen und -Handwerker, die einen Stand betreiben wollen, können sich an Organisator Uli Betz wenden:

Telefon: 0151 52605290
E-Mail: u.betz@elisabeth-verein.de